Roberto Converio
Biografie:
Roberto Converio kam am 9. Juli 1964 in Bern zur Welt. Es zeigte sich, dass er schon als Kind von Farben fasziniert war und überhaupt eine Vorliebe für zeichnerische Betätigung hatte: Während der Schulzeit füllte er Seite um Seite seiner Schulhefte mit Karikaturen.
Die Lehre als Autolackierer, die er von 1980 bis 1983 absolvierte, kam seinen Neigungen sehr entgegen. So verzierte er gelegentlich Autokarrosserien mit farbigen Motiven oder brachte auf Motorrädern Tankmalereien an.
1970/80 kam in den USA die Graffiti-Bewegung auf, die später auch in Europa Fuss fasste. Als Autodidakt setzte sich Roberto Converio mit dieser neuen Maltechnik sehr intensiv auseinander, denn sie war für ihn Ausdruck von Freiheit und stellte eine Möglichkeit dar, bestimmte Botschaften an die Öffentlichkeit zu bringen. Zusammen mit Freunden gestaltete er daher zahlreiche Betonwände mit Graffitimalereien...
... Anfang 1987 ging er dazu über, verschiedene Maltechniken – Acryl, Öl, Air Brush – auszuprobieren. Er experimentierte mit neuen Bildträgern wie Leinwand, Holz oder Aluminium und erprobte mit Schwamm, Pinsel, Fingern und Stofflappen neue Abrieb- und Wischtechniken. Parallel dazu führte er als Auftragsarbeiten Wandmalereien in Freskotechnik aus.
1989 begann er sich für Bodypainting zu interessieren. Er schuf regelrechte Kunstwerke auf menschlichen Körpern, die anschliessend fotografiert und in einer Fotoausstellung gezeigt wurden.
In den 90er-Jahren konzentrierte sich Converio auf ein neues Thema: die Umsetzung von Körperhaltungen bei Tier und Mensch sowie die Wiedergabe von Gefühlen wie Liebe, Zorn, Trauer, vor allem aber Freude in seinen Gemälden („Nachdenklich“, „Mouvement“, „Carneval“, „Elephant in Blue“). Diese neue, für ihn sehr wichtige Richtung verfolgte er ungefähr acht Jahre lang, und zwischen 1991 und 1997 entstanden zahlreiche expressive Werke, vorwiegend auf Leinwand.
In der Folgezeit begann Converio, auch Naturmotive aus der Pflanzen- und Tierwelt in seine Arbeit zu integrieren, die er oft mit grafischen expressiven Elementen kombinierte. Manchmal sind auf seinen Bildern auch Menschen in Naturformen eingebunden. Ihm ging es dabei nicht nur um die Wiedergabe dieser Naturmotive, vielmehr wollte er sozusagen „zwischen den Zeilen“ auf Dinge hinweisen, die einen aufmerksamen Betrachter zum Nachdenken anregen sollten. Ein gutes Beispiel dafür ist sein Gemälde mit dem Titel „Natur ist nicht käuflich“: Ein Barcode zerstört die trügerische Naturidylle und ermahnt uns, respektvoll mit der Natur umzugehen.
Trotzdem wirkt Converio nie missionarisch oder aufdringlich, sondern überlässt es den Betrachtern – wie ein Buchautor seinen Lesern –, sich aus dem vielfältigen Angebot das herauszunehmen, was sie anspricht. Dies wird besonders deutlich bei seinem Bild „Escape“, das verschiedene Interpretationen zulässt.
Inzwischen befindet sich Roberto Converio wieder in einer neuen künstlerischen Phase, die er „Formen der Natur“ (so auch ein Bildtitel) nennt. Mit den Bildern, die jetzt entstehen, möchte er den Menschen vor allem Naturelemente nahe bringen, denen wir täglich begegnen, etwa Strukturen und Formen von Bäumen, Mineralien, Wasser, Pflanzen. „In der Natur gibt es mehr abstrakte Strukturen, als man meint“, so Converio. „Denken Sie etwa an Wolkengebilde, Bäume oder Steine. Mit meiner Arbeit möchte ich diese Strukturen sichtbar machen.“
Ihn fasziniert die Symbiose von Pflanzen und Tieren, von Flora und Fauna. „Die Natur ist eins und wird immer eins sein.“ Hauptmerkmale seiner grossformatigen Gemälde sind Licht, Form und Farbe. In letzter Zeit integriert er auch Schriftbänder in seine Bilder, etwa in „Sich der Natur anpassen“ oder „Escape“.
Ein weiteres, immer wiederkehrendes Motiv ist der Kreis, Symbol für den Zyklus des Lebens, für die Sonne, überhaupt für alles „Runde“, Positive, für das Leben allgemein („Formen der Natur“, „Lebensbaum“, „Harmonie II“).
Der Künstler sieht seine Bilder in erster Linie als Spiegel seiner inneren Überzeugungen und Gefühle. Er steht Umweltschutz-Organisationen nahe und setzt sich mit seiner Kunst auf seine Weise für den Erhalt der Natur ein. Ein grosses Anliegen ist ihm die Zukunft: Kinder sind unsere Zukunft, ihnen gehört die Zukunft, aber welche Zukunft werden wir ihnen eines Tages hinterlassen? Wir alle wissen, dass unsere Umwelt langfristig in Gefahr ist, nicht zuletzt aufgrund der rasanten technischen Entwicklung. Dieser bedenklichen Tendenz hält Converio seine fantasievolle Malerei entgegen (etwa in „Natur ist nicht käuflich“).
Der Maler schöpft seine Energie aus der Natur und erweist ihr umgekehrt Respekt, indem er sie in seinen Bildern einfängt. Gern lässt er sich auch von Zufällen und seiner Intuition zu kraftvollen, ausgefallenen, präzise ausgeführten Kompositionen in ungewöhnlichen Farbkombinationen inspirieren. Er erlebt Zufriedenheit, wenn es ihm gelingt, seine Ideen nach einem langen, bisweilen schwierigen Entstehungsprozess wie beabsichtigt umzusetzen, und wenn das fertige Bild erkennen lässt, dass hier das Herzblut des Malers eingeflossen ist.
Roberto Converio stellt seine Werke seit 1988 bei verschiedenen nationalen und internationalen Anlässen aus, etwa an der 7. Art International 2005 in Zürich oder bei einer Galerie in den USA.